Erstellung eines Parkhauskonzeptes für Leipzig: Vorlage beim Rathaus

 

Beschlussvorschlag:

  1. Die Stadt Leipzig prüft die Möglichkeit, in Leipzigs Wohnvierteln Parkhäuser zu errichten. Hierbei sollen der Platzbedarf, mögliche Investoren und Betreiber sowie Fördermittelmöglichkeiten geprüft werden.

  2. Die Stadt Leipzig prüft, welche Anforderungen an ein Wohngebietsparkhaus gestellt werden müssten, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Beispiele, welche Möglichkeiten dabei in Betracht kommen könnten, werden in der Begründung mit benannt.

  3. Die Stadt Leipzig prüft, welche Möglichkeiten für Wirtschaftsförderung in Bezug auf den Parkhausbau bestehen (Beteiligung Leipziger Firmen bei Bau und Betreibung, Grundstücksverpachtung oder Grundstücksverkauf, Parkhäuser in der Nähe von Großunternehmen mit deren Beteiligung usw.).

  4. Die Stadt Leipzig prüft die Möglichkeit, an Straßenbahnendhaltestellen sowie an S-Bahn-Haltepunkten Parkhäuser zu errichten.

Begründung:

Parkhäuser contra Parkraumbewirtschaftung:
Parkhäuser, auch mit oder nur als Tiefgarage sind eine Alternative zur Parkraumbewirtschaftung. Parkraumbewirtschaftung bringt kein einziges Auto von der Straße, kostet aber für Kfz-Fahrer Geld. Parkflächen in Parkhäusern kosten auch Geld für den Kfz-Fahrer, jedoch bekommt er hierfür einen Mehrwert geboten: Sicherheit durch Videoüberwachung, Wetterschutz durch Überdachung und die Möglichkeit für E-Mobilfahrer, das Kfz aufzuladen. Ein weiterer Vorteil: Straßen werden von ruhendem Verkehr entlastet.

Parkhäuser für Umweltschutz:
Dächer von Parkhäusern können für den Eigenbetrieb mittels Solarpaneelen Energie liefern.
Dächer können darüber hinaus auch begrünt werden. Die Speicherung von Wasser und dessen Verdunstung trägt zur Kühlung bei. CO² wird in O² gewandelt.
Fassadengrün schützt die Fassade, kühlt im Sommer und hat einen ähnlichen CO²-Effekt wie die Dachbegrünung.
Wenn Kraftfahrzeuge in Parkhäusern abgestellt werden, wird Platz für Bauminseln oder anderweitige Bepflanzung frei.

Parkhäuser für Fahrradfahrer:
In Parkhäusern könnten auch Fahrradstellplätze entstehen, sodass Fahrräder wettergeschützt und sicher abgestellt werden könnten. Elektrofahrräder könnten aufgeladen werden. Hauseingänge und Hinterhöfe, aber auch Straßen würden ohne wild abgestellte Fahrräder besser genutzt werden können.

Parkhäuser und Wirtschaftsverkehr:
Oftmals parken Kleintransporter, aber auch Klein-LKW in Wohngebieten. Diese könnten durch Parkhäuser entlastet werden. Größere Parkhäuser könnten auch als Umschlagplatz am Rande der Stadt dienen, um von LKW auf Kleintransporter – evtl. elektrisch – umzuladen. So könnte man den Schwerlastverkehr weitgehend am Stadtrand belassen, was auch die Straßen entlasten würde.
Hierbei wäre zu prüfen, ob in Schienennähe derartige Umschlagplätze mit Parkhäusern möglich wären, um Güter direkt von der Schiene auf Kleintransporter zu verladen.
Die Straßenränder würden frei für den Lieferverkehr, auch Notdienste würden davon profitieren.

Parkhäuser für Elektromobilität:
Elektromobilität steht und fällt mit der Möglichkeit des Batterieladens. In Wohngebietsstraßen mit 4-5-stöckigen Wohnhäusern ist die Möglichkeit des Aufladens nicht gegeben. Es gibt also keinen Anreiz, sich als Normalbürger ein Elektroauto zuzulegen. Hätte man eine Abstellmöglichkeit, die auch die Möglichkeit des Aufladens bietet, wäre man der Praktikabilität von Elektromobilität schon einen Schritt näher. Parkhäuser, die erst gebaut werden, können eine Umspannstation, sowie Elektrospeicher und Ladestationen beherbergen. Zudem kann eine Photovoltaikanlage auf dem Dach für preiswerte Energie sorgen.

Parkhäuser und Anwohner:
Anwohner wollen immer einen Parkplatz, der sich so nah wie möglich an ihrem Haus befindet. Da man heute in Mehrfamilienhausvierteln selten einen Parkplatz in unter 150m Entfernung findet, wird eine Verdoppelung des Gehweges sicher akzeptiert, wenn man die Vorteile gegenrechnet: Zeitgewinn durch Wegfall des Parkplatzsuchens, Luftverbesserung durch Wegfall des Parkplatzsuchverkehrs, Sicherheit durch Überwachung, wettergeschütztes Parken, Möglichkeit des Aufladens und vieles mehr. Bei größeren Abständen eines Parkhauses zum eigenen Wohnort kann man gut das Fahrrad benutzen, das dann im Parkhaus mit dem PKW gewechselt wird und sicher untergebracht ist.

Parkhäuser und die Stadt Leipzig:

Leipzig schafft ein innovatives Parksystem, lockt Investoren an, könnte eine Betreiberabgabe je Parkplatz verlangen um Einnahmen zu generieren, welche die Vorinvestitionen amortisieren. Leipzig wird fahrradtauglicher, elektromobiler, bürgerfreundlicher, wirtschaftsfreundlicher und nicht zuletzt umweltfreundlicher.
Gefördert wird durch Parkhäuser das Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr. Möglich werden Fahrradwege, Haltezonen für Lieferfahrzeuge, Straßenbepflanzung und vieles mehr.
Sollte die Stadt selbst oder eine städtische Gesellschaft sich als Betreiber von Parkhäusern einbringen, so könnte man mit den Einnahmen auch den Öffentlichen Personennahverkehr mitfinanzieren. Man hätte auf Dauer weniger Verkehr, weniger Abgase, mehr Nutzer des ÖPNV und mehr zufriedene Bürger.
Ein Beispiel für ein gelungenes Parkhauskonzept ist unsere Innenstadt, die durch die Parkhäuser weitgehend Kfz-frei gestaltet werden konnte. Dies sollte Ansporn sein, ein Konzept für die gesamte Stadt zu erstellen.

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