Digitaler Führerschein: Digitalisierung, wie man sie nicht machen sollte


Als eine der neuesten Innovationen im Rahmen der Digitalisierung sollte der digitale Führerschein maßgebliche Verbesserungen in unseren Alltag bringen. Aber nur kurze Zeit nach dem offiziellen Start musste man auf Grund von Überlastungen das Projekt verschieben.


Der digitale Führerschein sollte als App auf dem Smartphone verwendbar sein. Diese sollte per Blockchain laufen, was auch zum größten Teil der Schwierigkeiten geführt hat.Grundsätzlich werden in einer so genannten Blockchain Daten in „Blöcken“ aneinander gekettet gespeichert. Besonders populär ist diese Methode der Datenerfassung bei Buchhaltern, welche somit, zum Beispiel nicht verpflichtet sind, jede einzelne Transaktion zu bestätigen. Nach der ersten Bestätigung können die restlichen Transaktionen, auf Grund der Datenkennung, konsekutiv zugeordnet werden.Ein System, welches vom Chaos Computer Club als datenschutztechnicher Alptraum beschrieben wird.

Die App musste bereits nach wenigen Tagen aus den Stores entfernt werden. Die Begründung dazu war eine technische Überlastung der Server. Eine „zu hohe Nachfrage“ führte zur Überlastung der App.
Letztendlich kann man sagen, ein digitaler Führerschein ist eine gute Idee. Leider ist die Umsetzung sehr weit von gut und böse.Nicht nur ist die App nicht funktionstüchtig, hinzu kommt, dass man für die Nutzung des digitalen Führerscheins zusätzlich einen digitalen Personalausweis benötigt, der via des digitalen Personalausweislesegeräts in die App eingelesen wird.

Und selbst bei der Bereitstellung all dieser Hardware, funktioniert der digitale Führerschein bisher nur zusätzlich zum analogen Führerschein, denn nur dieser ist bisher bei Polizeikontrollen gültig. Ein digitaler Führerschein gilt noch nicht als gültiger Nachweis.

Die Digitalisierung ist in unserem heutigen Zeitalter von immenser Bedeutung und deren Ausbau ist eines der wichtigsten Projekte dieser Dekade. Aber leider stolpert die Bundesregierung über ihre eigenen Versprechen. Wie auch bereits mit anderen digitalen Bundesnachweisen und -dokumenten werden diese Applikationen bereits nach kurzer Zeit funktionsuntüchtig. Dies liegt einfach daran, dass nicht genügend Zeit in diese Projekte investiert wird. Anstelle groß Werbung für neue Apps der Regierung zu machen und sinnlosen, nicht zu erfüllenden Hype zu generieren, sollte mit genügend Zeit, finanziellen Mitteln und Expertise an funktionstüchtigen und sicheren Apps gearbeitet werden.

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